Linux-Erfahrungen I: Distributionen
am 25. Januar 2008 von Kabarakh unter Linux abgelegtIch habe mich mal dazu entschieden, meine Erfahrungen mit Linux im Allgemeinen niederzuschreiben, vielleicht lernt jmd was daraus, vllt lerne ich selbst was daraus, vllt ist es aber auch nur die Langeweile im Geschäft, die mich dazu bewegt…
Weitere Artikel mit Erfahrungen werden folgen, außerdem wird sicher auch ein Vergleich mit Windows vorgenommen, was ja oft ein delikat(er)es Thema ist…
Wie in der Überschrift steht, werden zuerst einzelne Linux-Distributionen “behandelt”. Ich versuche sie in der Reihenfolge aufzuführen, in der ich sie verwendet hab bzw mit ihnen in Kontakt gekommen bin, aber so ganz sicher kann ich mir dabei auch nich mehr sein
1. Knoppix:
Langsam, schwerfällig, als WinUser sehr eigenartig – und ich muss zusammen mit nem Kollegen Grub wiederherstellen (damals kannte ich das ubuntuusers-wiki noch nicht). Google sagte wenig, KDE hat mir auf Anhieb nicht gefallen, und Konsolenarbeit erst recht nicht.
Heute komm ich damit zurecht, find es immer noch langsam und schwerfällig und durch KDE blöd, und die anderen mitgelieferten WMs sind auch nix… wenn ich ne LiveCD brauche, nutz ich zZ lieber Ubuntu… Knoppix ist für mich noch nie so richtig interessant gewesen.
2. Ubuntu 6.10
Nachdem ich mit Knoppix vorher nicht zurechtkam, hatte ich den Wunsch, Linux zu lernen, um als Fachinformatiker vielseitiger zu werden. Zu der Zeit nutzten in der Schule n paar Leute Gentoo und einer Fedora, aber ich wollte weder RPM-Distri (wie schlecht das war hab ich von nem Kollegen im 3. Lehrjahr schon gehört gehabt) und auch kein “Schrauber”System.
Zum Glück sagte mir irgendwer was von Ubuntu und dass das so leicht sei, also hab ich die CD geladen. Von der Zeit weiß ich nicht mehr viel, nur dass ich damals stolz war, Beryl zum Laufen zu bekommen. Damals war Linux ein Spielzeug und Windows mein System, mit dem ich gearbeitet hab… Richtig viel gebracht hatte es mir nicht, vor allem weil “kleine Sachen” wie mp3s nicht gingen (einfach ein Codec installieren hätte gereicht, aber dazu war ich damals zu blöd)
3. Mint
Nach kurzer Zeit mit Ubuntu 6.10 hab ich im Pytalforum von Mint gelesen, einer auf Ubuntu basierenden Distribution. Diese war die erste Distri, die ich lange genug genutzt hab, um mal den Umgang zu lernen. Erfreut war ich immer noch nicht, aber zumindest ein Anfang. Beryl und Compiz standardmäßig installiert, mp3-Codecs dabei… war schön für mich, aber auch nicht unbedingt gut. In der Zwischenzeit kam dann auch Ubuntu 7.04 raus, weswegen ich oft am hin- und herwechseln war und außerdem noch weitere Distris getestet hab…
Heute würde ich Mint niemandem mehr empfehlen, es werden Funktionen entfernt, die dem User Sicherheit geben, und das nur weil der User ja nicht unbedingt weiß was das soll…
4. Ubuntu 7.04
Hatte im Vergleich zu 6.10 einige gute Sachen hinzugewonnen, weswegen ich es lange verwendet hab. In dieser Zeit hab ich auch angefangen, oft Konsole und Wiki zu nutzen anstelle Gui und rumtesten (wobei ich auch heute noch teste). Seinerzeit die beste Idee die ich hatte, durch die Konsole bei 7.04 hab ich viel gelernt, was ich heute brauche. Außerdem lief alles recht stabil, was bei 6.10 noch nicht gegeben war (ok, kein Wunder bei Beryl, aber das hab ich damals nicht realisiert…)
Zwischendurch war ich trotzdem am rumtesten… deswegen folgt:
5. Debian (etch)
Es folgte ein kurzer Ausflug in die Welt der absoluten Stabilität, welcher schnell aufgehört hat… neben Problemen mit der Installation (welche Pakete auswählen, wie partitionieren usw) hat mich leicht aufgeregt, wie wenig Pakete apt enthielt… Deswegen bin ich dann schnell wieder zu Ubuntu 7.04 zurückgekehrt…
6. OpenSuSE 10.X (keine Ahnung welche Version genau, aber kein 10.4…)
Musste ich einmal im Geschäft installieren und einrichten… einmal und nie wieder…
Die Idee hinter yast ist wie in Windows, die Konsole total abgeschoben, und außerdem ist die Paketverwaltung total lahm und verbuggt (Updateserver aus Russland, dessen IP nicht über DNS herauszufinden war? Guuuuute Autoerkennung…)
SuSE wird nie auf meine Systeme kommen, außer vllt einmal um es genüsslich wieder entfernen zu können (su -; rm -rf /*)
7. Ubuntu 7.10
Ein long-Time-Begleiter now… Hatte es schon zu Tribe (= Test-Version)-Zeiten verwendet und war recht begeistert, bis auf acpi-Fehler und Fehler bei Compiz Fusion (die recht schnell verschwanden… dafür blieben Fehler, für die Canoical nichts kann, da sie am Nvidia-Treiber lagen)
Die finale Version war wieder ein richtig gutes System… Große Paketquellen, CompizFusion lief auf Laptop und Rechner (und das obwohl meine GraKa im Rechner offiziell nicht unterstützt wird… Xgl und fglrx sei dank), schnell, stabil, kaum Bugs.
Dennoch gab es einen Kritikpunkt für mich, der mich weiter andere Distris testen ließ… Ubuntu war zu groß, schon gdm als Desktopmanager/Login hat als Abhängigkeit den halbn GNOME… Außerdem waren die Entwicklungen meiner Meinung nach in die falsche Richtung, so zB die standardmäßige Aktivierung von CF, Deskbar-Such-Applet und FastUserSwitcher, die nur Ram fressen und nichts bringen, aber keine Ausbesserung von Fehlern wie zB dass Sleep/Hibernate ohne Gefrickel nie gingen…
Trotzdem läuft Ubuntu weiterhin auf meinem Rechner @home (Server/Desktop-Kombi, ein besseres System dafür hab ich noch nicht gefunden… und ob ich weiter teste sei dahingestellt), und wird wohl auch weiter darauf laufen (demnächst steige ich vllt auf eine Testing der 8.04 um)
8. Arch Linux:
The one and only
Wurde mir mal von Dummy empfohlen, ich habs getestet – und komme nicht mehr weg… Standardinstallation ist nur Konsole, Paketverwaltung, Treiber und Kompilier-Werkzeuge – und dann muss man selbst schauen, was man sonst macht. Arch ist schnell und flexibel und hat dank der AUR (Arch User Repository) eine Paketliste, die fast an die von Ubuntu herankommt – und wenn einem das nicht reicht, schreibt man sich PKGBUILD-Dateien und kann JEDES Source-Paket in die Paketverwaltung aufnehmen.
Man kann Arch mit ziemlich jeder anderen Distribution vergleichen, die zZ häufig benutzt werden, und man wird immer erfreut sein
Witzigerweise kann man (wenn man will) sein Arch auf Gentoo-Art nutzen und sein System selbst kompilieren (und dabei die Programme dennoch über die Paketverwaltung wieder löschen…), alles ist dem User überlassen (KISS-Prinzip – Keep it simple, stupid!)
Dennoch kamen weitere Testdistris, die aber beide nur sehr kurz verwendet wurden (Fedora wurde installiert, Paketverwaltung und FireFox waren ur-lahm – gelöscht… und Gentoo ging nichmal über die Installation hinaus wegen Proxyfehlern).
Momentan hab ich 4 Systeme am Laufen:
1. (Geschäfts-PC) Vista/Arch (ich will kein Vista, muss aber -.-)
2. (Testserver) Ubuntu 7.10
3. (HomePC/Server-Kombi) Ubuntu 7.10
4. (Laptop) Arch/WinXP
Man sieht, denke ich, welche Distris ich mag und welche nicht
Demnächst folgen wird Erfahrungen II: Desktopoberflächen


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